Goldpilz – Short Guides

Auf ins World Wide Web! – WordPress-Tutorial Teil 1

WordPress für Einsteiger – Inhalte des WordPress Tutorials
WordPress für Einsteiger: Auf ins World Wide Web! – WordPress-Tutorial – Teil 1 <<< Du bist hier
Präsent sein im World Wide Web mit WordPress – WordPress-Tutorial – Teil 2
Domainnamen und Provider – WordPress-Tutorial – Teil 3
Dashboard und Themes – Die ersten Schritte – WordPress Tutorial – Teil 4
Beiträge – Kategorien – Schlagwörter – WordPress-Tutorial – Teil 5
Medien – WordPress-Tutorial – Teil 6
Was sind WordPress-Archive? – Sinnvolles Gruppieren von Beiträgen – WordPress Tutorial – Teil 7
Seiten – Dokumente für zeitlose Informationen – WordPress Tutorial – Teil 8
Die Einstellungen – Das Feintuning deiner Webseite – WordPress Tutorial – Teil 9

Das also ist sie, die Stelle, vor der du dich schon seit geraumer Zeit gedrückt hast. Jetzt nimm meine Hand und komme mit mir nach vorne an den Rand, es ist ganz einfach. Du zögerst noch? Vertrau mir…Ok, mit einem kleinen Schubs helfe ich ein kleines bisschen nach…Pflatsch! Ich gratuliere, das war er, der Sprung ins kalte Wasser!

Bist du ein Autor, ein Künstler, Musiker, Bildhauer? Produzierst du etwas, etwa selbstgebatikte Filzpantoffel, handgeschnitzte Holzlöffel oder aus einem Stück Eisen herausgefeilte Küchenmesser? Betreibst du gar das Café oder den Laden an der Ecke, in denen du deinen selbstgerösteten Kaffee aus Mittelamerika oder deine eigenen Schokoladenkreationen an den Mann bringen willst? 

Dem Unternehmergeist sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt, dem finanziellen Erfolg leider schon.  Warum? Die Gründe können vielfältig sein. Bist du dir sicher, dass die Welt dein Produkt, dein Buchbaby, dein in jahrelanger Arbeit erschaffenes Dings XYZ oder deine Firma, in die dein ganzes Herzblut geflossen ist überhaupt haben will?

Photo by Ian Wagg

Ja? Dann kann es eigentlich nur an einem liegen: Niemand weiß, dass es dich gibt.

Damit deine Anstrengungen nicht umsonst waren, dafür gibt es dieses Tutorial. Ich zeige dir, wie du die Ressourcen der neuen Medien sinnvoll dazu einsetzt dich selbst, dein Unternehmen oder deine Produkte der Öffentlichkeit vorzustellen, wie du eine möglichst große Reichweite erreichen kannst und wie du dadurch zwangsläufig deine Verkaufschancen erhöhst.

Wie gesagt, da wäre zunächst einmal die Präsentation deiner selbst, deines Unternehmens oder deiner Produkte im Internet und dann als Folgeschritt, das Marketing für das was du der Welt zu bieten hast. Wir werden uns dazu verschiedene Instrumente, die das Internet anbietet betrachten, und zwar möglichst kostenlose oder solche, die man auch für wenig Geld erstehen kann. Klar, für die Präsentation deiner Person kannst du auch ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen und haushohe Plakatwände mit deinem Konterfei, lustigen Sprüchen oder Abbildungen deiner Holzlöffel zukleistern lassen. Zielführend ist das aber nicht gerade, denn es erreicht nur wenige Menschen und kostet gleichzeitig eine Menge Geld.

Die Werkzeuge, die uns für diese Zwecke zur Verfügung stehen sind vielfältig. Ich habe mir aus der Menge unterschiedlichster Tools einige herausgepickt, die in ihrem Zusammenspiel für unsere Zwecke optimal geeignet sind:

WordPress ist eine Software, die wohl auf der Mehrzahl aller Webserver zum Einsatz kommt. Die Software ist im Grunde kostenlos, allerdings musst du einen Internetprovider dafür bezahlen, dass er dir eine Instanz dieser Software vermietet. Das ist recht günstig zu haben. Mit 5 bis 10 Euro pro Monat, über den Daumen gepeilt, bist du dabei. Die Details dazu kommen später.

Die Social Media Plattformen Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest dienen vor allem dazu, dass jeder dort, also auch du, seine Inhalte mit anderen Leuten teilen kann. So bleibst du auf dem Laufenden darüber, was deine Freunde machen, was sie bewegt und interessiert und diese verlieren ihrerseits dich nicht aus den Augen.

Twitter ist ursprünglich als textbasierte Plattform gestartet, ermöglicht inzwischen aber auch die Veröffentlichung von Fotos. Instagram beschränkt sich auf das Veröffentlichen von Fotos. Und Facebook bietet an, sowohl Text, als auch Fotos zu veröffentlichen. Vor allem Künstler sollten auch die Plattform Pinterest ins Auge fassen.

Neben diesen drei Social Media Plattformen gibt es noch zahlreiche weitere. Tumblr, Snapchat will ich da erwähnen. Diese haben aber nur einen geringen Verbreitungsgrad oder sind rein technisch nicht so sehr für unsere Zwecke geeignet.

Also beschränke ich mich auf die oben erwähnten vier großen Social Media Anbieter.

Das Netz als Bühne

Im Folgenden wollen wir uns zunächst ein wenig darüber unterhalten, wie dein Webauftritt aussehen könnte und welche Inhalte du dort zur Verfügung stellen kannst. Das hängt natürlich davon ab, was du als deine „Marke“ definierst und welche „Waren“ du anpreisen willst. Und das ist manchmal gar nicht so einfach. Dazu gibt es dann noch Dinge wie „Events“ und „Aktionen“, auf die ich im Folgenden eingehen will.

Autoren

Fangen wir bei den Autoren an, das ist für mich natürlich am einfachsten, denn ich bin selber einer. Für die schreibende Zunft stellt sich zunächst die Frage was eigentlich die Marke ist, was das Produkt, und ob sie eine Autorenseite oder eine Buchseite erstellen sollte. Ich denke, die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Wenn du als Autor vorhast mehr als ein Buch zu schreiben oder schon geschrieben hast, dann ist die Autorenseite das Mittel der Wahl. Der Autor ist also die Marke.

Bei der Autorenseite steht, wie der Name schon sagt, der Autor im Mittelpunkt, was aber nicht bedeutet, dass du hier deinen Lebenslauf auflisten sollst. Über die genauen Inhalte sprechen wir später. Der Grund dafür der Autorenseite den Vorzug zu geben sollte direkt einleuchten. Es ist der Zeitaufwand. Eine Webseite kostet Zeit, vom Geld sprechen wir zunächst mal nicht, denn kosten muss es nichts oder nur wenig.

Aber so eine Webseite muss auch gewartet werden, ab und zu muss man etwas ändern oder verbessern. Und jetzt stelle dir mal kurz vor, Stephen King, der Vielschreiber, hätte für jedes Buch, das er veröffentlicht hat, eine eigene Webseite erstellt. Dann müsste er sich jetzt um etwa 60 verschiedene Webseiten kümmern… Sechzig! Noch beeindruckender wären die 200 Werke, die Hans Hohlbein bisher veröffentlicht hat. Ich wette, die beiden hätten keine Zeit mehr neue Bücher zu schreiben.

Also verwendet der schlaue Schriftsteller einfach eine Autorenseite, auf der dann die jeweils veröffentlichten Bücher zusammengefasst und beworben werden.

Photo by Patrick Fore

Etwas anderes ist es natürlich, wenn du gedenkst nur ein einziges Buch zu veröffentlichen. Etwas Bahnbrechendes, Einzigartiges, noch nie Dagewesenes. Ein Sachbuch etwa, das nach der Veröffentlichung in aller Munde sein wird. Vielleicht eine Enzyklopädie der UFO-Sichtungen seit Anfang der Zeit – oder ein Buch über die ultimative Methode, um innerhalb einer Woche 20 Kilo abzunehmen.

Dann macht es Sinn, dass du dem Buch oder einer Buchserie eine eigene Webpräsenz spendierst, um die Verkaufszahlen noch etwas mehr nach oben zu treiben.

Das kann man machen, allerdings halte ich das für keine so gute Idee. Nehmen wir mal Harry Potter. Die Reihe ist so bekannt, dass der Name im Titel zur Ware geworden ist. „Es gibt einen neuen Harry Potter“, sagt mehr aus, als „es gibt einen neuen J.K.Rowling“. Eine eigene Harry Potter Webseite würde also Sinn machen. Trotzdem verzichtet die Schriftstellerin darauf. Die offizielle Webseite heißt einfach https://www.jkrowling.com/. Das ist bei weitem einfacher zu warten, als würde für jeden Band eine neue Webseite kreiert.

Also, für Autoren gilt: Eine einzelne Autorenseite genügt. Für die explizite Buchseite gibt es außerdem noch andere Möglichkeiten, bei denen Facebook eine Rolle spielt. Davon wird in den Kapiteln über die sozialen Medien noch die Rede sein.

Künstler

Künstler sind ja ganz Ok, meistens. Manchmal eigenartig, immer gerne exzentrisch, aber vor allem wiedersprüchlich. Denn einerseits bewegt sie der Wunsch, auf unterschiedlichste Art und Weise ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen und dann mit den Ergebnissen dieser Arbeit Aufmerksamkeit und Bestätigung zu erhalten.

Deshalb und nicht wegen der kostenlos angebotenen Schnittchen bei der Vernissage, stellen Künstler ja ihre Werke in Galerien aus. Und wie die meisten Leute, streben auch Künstler nach Anerkennung und sind tief unglücklich, wenn sich diese nicht einstellt.

Andererseits ist der kommerzielle Erfolg, der beim Künstler normalerweise leider ausbleibt, avantgardistisch verpönt. Nein, wegen Geld betreibt kein Künstler sein Geschäft. Auf keinen Fall… Hahaha.

Also nicht wirklich, denn das Künstlerleben am Rande des Existenzminimums, gerne gesponsert von Eltern und anderer Obrigkeit, ist nicht so angenehm, als dass man sich damit brüsten möchte. Genauso wenig hängt man den Nebenverdienst als Nachtportier oder Regaleinräumer an die große Glocke.

Photo by Amaury Salas

Trotzdem ist man Künstler natürlich nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Kreativität. Ist das eine Notlüge, um das eigene wirtschaftliche Versagen zu kaschieren? Ich wette, nichts freut den gemeinen Künstler mehr, als dass endlich mal jemand eins seiner Werke kauft.

Inzwischen hat es sich auch in Künstlerkreisen herumgesprochen, dass es das World Wide Web gibt und es nützlich sein kann eine eigene Webseite zu besitzen. Aber was soll ich sagen… in keinem Bereich habe ich bisher so grottenschlechte Webseiten gesehen, wie im Bereich der Künstlerwebseiten.

Ich könnte aus dem Stegreif drei, vier oder fünf verschiedene Künstlerseiten nennen, die man getrost als misslungen bezeichnen kann. Ja sogar extrem misslungen.

Von Usability oder Benutzerführung haben die meisten Künstler, auch die mit 20 Semestern Medienkunst, anscheinend noch nichts gehört und produzieren auf diese Art Webseiten, die alle eine Gemeinsamkeit haben:

Die potentiellen Besucher werden schon am Anfang so abgeschreckt, dass sie sich nach anderthalb Sekunden wieder verabschieden, die Bounce Rate (Absprungrate) dürfte konstant bei 100% liegen.

Wer bist du, was machst du, wie kann ich dich erreichen? Das sind die Fragen auf die ein Besucher einer Künstlerwebseite (gilt auch für Autoren und Musiker) eine Antwort sucht.

Bei den meisten Künstlerseiten sucht man allerdings vergebens nach diesen offensichtlichen Informationen. Dabei wäre es so einfach. Ein paar Beispielfotos von Werken mit kurzer Beschreibung, ein wenig über dich selbst, eine Künstler Vita, also eine Liste der vergangenen und zukünftiger Ausstellungen mit deinen Werken, ein Kontaktformular oder wenigstens deine Email-Adresse im Impressum (ja das braucht man) würden schon ausreichen, um die potentiellen Besucher nicht unnötig zu frustrieren.

Und vor allem keine Links, die sich gaaaanz unten rechts hinter 6 px-Schrift verstecken oder gar ohne Leerzeichen geschrieben sind.

Ungefähr so:

wichtigerlinkzumeinemprofil###musstduunbedingtgucken###

Ey, da greift man sich doch an den Kopf, oder?

Also, um mal auf den Punkt zu kommen, liebe Künstler. Die Marke, die ihr vermarkten wollt seid ihr selbst. „Da an der Wand hängt eine Picasso!“ – Picasso ist die Marke. Angenommen das Bild heißt „Stier mit verdrehten Augen und Hörnern“ – das ist die Ware, die du als Künstler anbietet.

Ein Bild eben, oder ein aus Blechdosen zusammen geschweißtes dreibeiniges Pferd, oder ein aus Wollknäueln und Katzenhaaren zusammengeklebtes ähhh Ding – das ist die Ware.

Darüber hinaus gibt es Events, nämlich die Ausstellungen an denen du teilnimmst. Oder du lädst deinen Kumpel mit der Gitarre ein, bei dir im Atelier am Tag der offenen Tür und vor Publikum ein paar Lieder zum Besten zu geben. Oder du machst eine Performance. Also etwa, wenn du in malerisches Weiß gekleidet, drei Stunden lang im Stechschritt vor dem Reichstag hin und her läufst und bei jedem dritten Schritt „Sonnenblumen!“ rufst. 

Wer als Künstler durch seine Kunst ein gewisses Einkommen verdienen will, der muss dafür sorgen, dass er bekannt wird. Von alleine kommt da nichts, es sei denn die Bildzeitung entdeckt dich und druckt eins deiner Werke auf die Titelseite. Sich vor der Öffentlichkeit verstecken oder die Öffentlichkeit gar abschrecken, wie das sehr viele, vermutlich die meisten Künstler tun, ist da eher kontraproduktiv.

Musiker

Deutlich einfacher als die bildenden Künstler, haben es Musiker, wenn es darum geht das Internet zur Steigerung der eigenen Publicity zu nutzen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine musizierende Einzelperson, um eine Band oder den Chor der Jubelstimmen mit 3000 Mitgliedern handelt. Die Marke, die beworben wird, sind die Musiker.

Das Produkt kann unterschiedlich sein. Im Normalfall ist das eine CD, die der Endkunde irgendwo erstehen kann oder Musikdateien, die der Musikliebhaber an verschiedenen Stellen herunterladen kann. Allerdings sind auch bestimmte Events, wie Konzerttermine oder Workshops, Dinge, die man bewerben kann.

Photo by Atikh Bana

Für Musiker gibt es natürlich spezialisierte Plattformen, auf denen man das eigene Talent vorstellen kann. Bandcamp, als Profil der Gruppe etwa, oder Spotify, wo man seine Musik vorstellen kann seien hier nur kurz erwähnt. Es gibt noch andere Möglichkeiten dieser Art, aber im Detail darauf einzugehen würde zu weit führen. Ich beschränke mich hier auf die Möglichkeiten der klassischen sozialen Medien.

Auch Aktionen liegen im Bereich der Möglichkeiten. Du kannst eine Sonderfassung deiner CD auflegen, oder deine Titel auf einen als E-Gitarre geformten USB-Stick kopieren. Egal was auch immer, wenn es niemand mitbekommt, ist das ganze umsonst gewesen.  

Kneipen und Schokoläden…

…Strickmützen, Schokopralinen, selbst-gebrautes Bier oder Omas Apfelkuchen… er Menge an möglichen Dingen, die man verkaufen kann, ist nur durch die Phantasie Grenzen gesetzt und natürlich durch das Vorhandensein von konsumwilligen Kunden.

Die Marke, die du für deinen Laden anpreisen willst, ist natürlich der Name des Ladens selber. Je nachdem, welche Art von Laden du betreibst, hast du dir vermutlich einen dafür passenden hübschen Namen ausgedacht. Also für ein Café mit Kuchentheke etwa „Tinas Krümelparadies“ und für den Laden mit den Filzhandtaschen „Pack’s ein, aber soft!“ oder so.

Bei den Waren, die du auf deiner Webseite vorstellen kannst, musst du dich jetzt natürlich an dein tatsächliches Angebot halten. Also die verschiedenen Kuchensorten in deinem Café, die selbst-gerösteten Kaffeesorten in deiner Kaffeerösterei, was man so aus Filz herstellen kann in deinem Filztaschenladen, die Cocktails, die deine Bar zu bieten hat oder einfach alles, was man bei dir eben immer so kaufen kann.

„Immer so kaufen kann“ bedeutet natürlich, dass du hier die Dinge nimmst, die es bei dir gibt. Wenn es bei dir täglich Apfelkuchen im Café gibt, Erdbeer- und Rhabarberkuchen aber nur zu bestimmten Zeiten, dann macht es nur wenig Sinn letzteren dauerhaft anzupreisen. Sowas ist dann eher ein Fall für Aktionen und Events.

Verkaufen kannst du deine Erzeugnisse über die Ladentheke oder im Internet, oder beidem. Im Internet hast du dann noch einmal die Möglichkeit zu überlegen, ob du die Verkaufsabwicklung selber durchziehst, also mit Hilfe eines Webshops, oder ob du den Businessteil an jemanden anderen abgibst, der das für dich macht und der dir dann einen Anteil der Erlöse abtritt.     

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